Piano und Sand fanden sich am 19.02.2926 im Hagenhaus zu einer Begegnung, die fein und unmittelbar berührte. Die poetische Spannung zwischen Klang und Vergänglichkeit zog sich wie ein leiser roter Faden durch das gesamte Programm. Die Sandbilder von Anna Vidyaykina entstanden im Moment, veränderten sich mit jedem Atemzug und öffneten einen visuellen Raum, in dem sich die vertrauten Werke des Klavierrepertoires neu erschlossen.
An der Seite dieser wandelbaren Bilder führte Sabina Hasanova mit sicherem Ausdruck durch ihr Programm New Moon. Ihre Auswahl aus den Werken von Debussy, Rachmaninoff, Beethoven, Chopin, Ravel und Boulanger liess das Publikum in jene Spannungsfelder eintauchen, in denen sich der Mond seit jeher als stiller Begleiter menschlicher Empfindungen zeigt. Die Klänge entfalteten sich im Raum, während der Sand in Annas Händen zu einer zweiten Erzählstimme wurde.
Gerade in dieser Kombination lag der besondere Reiz des Abends. Musik, die nur im Augenblick existiert, und Bilder, die sich im selben Moment wieder verflüchtigen, erinnerten daran, wie reich die kurzen Momente sein können, die wir mit allen Sinnen wahrnehmen. Wer sich auf diese Verbindung einliess, erlebte einen Konzertabend, der nachklang wie ein vertrauter Gedanke, der erst im Rückblick seine Tiefe entfaltet.