Wie schnell kann sich ein Konzertsaal in eine Tanzfläche verwandeln? Beim Konzert mit Los Pitutos im Hagenhaus wurde diese Frage auf ebenso spontane wie mitreissende Weise beantwortet. Mehr als 100 Gäste erlebten einen Abend, der mit warmen Klängen begann und schliesslich das ganze Publikum zum Tanzen brachte.
Los Pitutos verbinden musikalische Welten, die auf den ersten Blick weit auseinanderliegen mögen. Die klassisch ausgebildeten Musiker aus Chile und Kolumbien mischen Bolero und Cumbia mit Einflüssen der 1970er-Jahre, Pop, Funk und vielstimmigem Gesang. Dabei entstand kein blosses Nebeneinander verschiedener Stile. Vielmehr entwickelte sich ein eigener Klang, der vertraut wirkte und zugleich immer wieder überraschte.
Akustische Saiten trafen auf Elektrobass und klare Grooves, ruhige Melodien wechselten sich mit treibenden Rhythmen ab. Kurze Breaks öffneten Raum für Improvisation, während die Musiker mit hörbarer Spielfreude aufeinander reagierten. Gerade dieses Zusammenspiel machte den Abend so unmittelbar. Man hatte nicht den Eindruck, einem festgelegten Ablauf zu folgen, sondern gemeinsam mit dem Ensemble zu erleben, wie die Musik im Moment entstand.
Auch zwischen Bühne und Publikum entwickelte sich rasch eine besondere Nähe. Der mehrstimmige Gesang lud zum Mitsummen ein, die Rhythmen wurden zunehmend unwiderstehlich, und spätestens gegen Ende hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen. Das ganze Publikum tanzte. Der Peter-Kaiser-Konzertsaal wurde für einen Moment zu einem offenen, lebendigen Begegnungsort, an dem die Grenze zwischen Zuhören und Mitmachen beinahe verschwand.
Vielleicht lag genau darin die schönste Erfahrung dieses Abends: Musik aus unterschiedlichen Ländern und Traditionen muss nicht erklärt werden, um Menschen miteinander zu verbinden. Manchmal genügen eine Melodie, ein gemeinsamer Rhythmus und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Los Pitutos zeigten, wie unmittelbar daraus Freude, Nähe und Bewegung entstehen können.
Das Konzert fand mit freundlicher Unterstützung der Liechtensteinischen Kraftwerke statt.